Die Terranauten von T.C.Boyle

In Die Terranauten beschäftigt sich T.C.Boyle mit einem modernen Entwurf der Arche: Acht Menschen sollen zwei Jahre lang autark in einer künstlichen Biosphäre leben. Alles Notwendige bis hin zur Atemluft erzeugt das System selbst. Ihre Nahrung müssen die Probanden eigenhändig anbauen, denn während dieser zwei Jahre kommt in dieses geschlossene System nichts rein und nichts raus. Welche Herausforderungen solche Umstände an die Bewohner – die Terranauten – einer künstlichen kleinen Welt stellen, dem geht T.C.Boyle auf die Spur. Wie leben die Terranauten miteinander und welche Konflikte entstehen unter diesen Gegebenheiten? Eine spannende Frage, besonders dann, wenn ein Autor sie literarisch behandelt. Und wenn dies dann auch noch T.C.Boyle ist, steigt die Neugierde auf dieses Buch.

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Hart auf hart von T.C. Boyle

Hart auf hart von T.C. Boyle lese ich sicherheitshalber zwei Mal hintereinander, bevor ich diese Rezension verfasse. Es kommt öfter vor, dass ich nach dem letzten Satz eines Boylschen Werkes gleich mit dem ersten wieder anfange. Bisher geschah das aber immer aus reiner Begeisterung für den jeweiligen Roman. Bei Hart auf hart gibt es dafür einen anderen Grund: Ratlosigkeit. Das neue Buch von T.C. Boyle ist für mich nicht rund.

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Buchtrailer zu Hart auf hart von T.C. Boyle

Am 2. Februar erscheint Hart auf hart, der neue Roman von T.C. Boyle, wie gewohnt im Hanser Verlag. Als leidenschaftlicher Fan dieses Autors habe ich das Buch bereits gelesen. Mit der Rezension muss ich mich jedoch noch zurückhalten, bis es offiziell erscheint. Nur so viel möchte ich schon dazu sagen: Als Boyle-Fan bin ich enttäuscht. In dem folgenden Buchtrailer zu Hart auf hart gibt T.C. Boyle schonungslos zu, dass er eine für ihn ganz neue Lesergruppe erreichen möchte, nämlich die Masse. Ich persönlich glaube, er wird dieses Ziel nicht erreichen. Denn dafür müsste er sich gänzlich untreu werden, was er trotz aller Zielsetzungen und Bemühungen nicht geschafft hat. Auch in Hart auf hart steckt die Boylsche Seele, wenn auch mit einem gewollt publikumswirksamen Konzept.

Zur Buchpräsentation von Hart auf hart im Hanser Verlag.

Mit herzlichem Dank an die Schloss-Buchhandlung in Herborn, die diesen Beitrag möglich machte.

Die Frauen von T.C.Boyle

Der Roman Die Frauen von T.C.Boyle ist keinesfalls eine allgemeine Betrachtung des weiblichen Geschlechts. Vielmehr nimmt er die vier Frauen des berühmten Architekten Frank Lloyd Wright ins Visier und erzählt durch sie und mit ihnen vom Leben dieses charismatischen Mannes. Schuld daran ist selbstverständlich eine Frau, seine Frau, T.C.Boyles Frau, die unbedingt in einem Haus des Baumeisters wohnen wollte und seither in Kalifornien die Vor- und Nachteile eines solchen Baukörpers am eigenen Leibe erfährt. Diesen Umstand und vielleicht auch das Gedenkjahr 2009 zum 50. Todestag von Frank Lloyd Wright, in dem dieses Buch nun ausgerechnet erschien, nahm T.C.Boyle wohl zum Anlass für seinen Roman Die Frauen.

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Das wilde Kind von T.C. Boyle

Das wilde Kind beruht auf einer wahren Begebenheit. Wer sich für Erziehung oder Sozialisation interessiert, stößt schnell auf den Fall des Wolfsjungen Viktor von Aveyron, den man 1797 in einem Wald in Südfrankreich entdeckte. Kurz darauf fing man ihn ein wie ein wildes Tier, erklärte ihn zum „geborenen Idioten“ und übergab ihn schließlich an Jean Ittard, dem Chefarzt einer Taubstummenanstalt. Dieser schob die Idiotie nicht auf die mangelnde Intelligenz des Jungen, sondern auf eine gänzlich fehlende Integration des Kleinen in die menschliche Gesellschaft. Da der Junge offenbar allein im Wald aufgewachsen war, hatte er ungewöhnliche Verhaltensweisen angenommen, die dort zum Überleben notwendig waren.

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San Miguel von T.C.Boyle

San Miguel ist die am westlichsten gelegene Insel im Santa-Barbara-Kanal, Kalifornien. Erzählte T.C.Boyle in seinem letzten Roman eine Geschichte von Anacapa – der am östlichsten gelegenen Inselgruppe – spielt sein neuester Roman auf San Miguel. Und nur dort. Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang wichtig zu wissen, dass T.C.Boyle selbst in den Bergen von Santa Barbara lebt. Vielleicht erheischt er von seinem Lloyd-Wright-Haus aus sogar einen Blick auf die Kanalinseln. Jedenfalls scheinen ihn diese kargen Felsanordnungen stark einzunehmen und so erzählt er in San Miguel die Geschichte der Familien Waters und Lester, die seinerzeit in der Einsamkeit dieser Insel ihr Glück suchten.

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Wassermusik von T.C. Boyle

Wieder einmal folge ich in Wassermusik den unsäglichen Leiden des Entdeckers Mungo Park. Ich habe nicht gezählt, wie oft ich dieses Buch von T.C. Boyle schon gelesen habe. Den Ausschlag dafür geben unterschiedliche Anlässe; diesmal war es reines Sicherheitsdenken. Ich wollte mich auf kein Experiment aus meiner Kiste der noch zu lesenden neuen Bücher einlassen. Die Wahrscheinlichkeit, heutzutage ein langweiliges oder sogar ärgerliches Buch herauszufischen, ist eben leider extrem groß. Und nachdem ich nun einige solcher Würg-Schinken hinter mir habe, will ich auf Nummer sicher gehen, ein richtig gutes Buch zu lesen. So lande ich mal wieder bei Wassermusik von T.C. Boyle.

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Charaktererschaffung: Micah Stroud

Micah Stroud ist ein Musiker, den der Autor T.C.Boyle in seinem Roman Wenn das Schlachten vorbei ist auftreten lässt. Bereits in meiner Rezension zum Buch stellte ich diese Charaktererschaffung als bemerkenswert heraus. Diese Figur wirkte als Sänger so lebendig auf mich, dass ich im Internet danach suchte. Vergeblich, denn Micah Stroud ist eine fiktive Figur. Die statistischen Daten der Schreibakademie zeigen jedoch deutlich, nicht nur mir ging es so. Immer wieder erscheint Micah Stroud als Suchbegriff, über den Besucher auf meine Seite gelangen. Ganz offensichtlich ist T.C.Boyle ein Meisterstück an Charaktererschaffung gelungen. Wie hat er das geschafft?

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Wenn das Schlachten vorbei ist von T.C.Boyle

Keine meiner bisherigen Rezensionen ist mir so schwer gefallen, wie diese hier. Schließlich handelt es sich um ein Werk meines absoluten Lieblingsautors, weshalb ich am liebsten nur Gutes darüber schreiben würde. Dann jedoch müsste ich lügen. Denn Wenn das Schlachten vorbei ist hat mich leider nicht überzeugt. Wie Talk Talk oder Dr.Sex gehört es nicht zu den Bravourstücken von T.C.Boyle, jedenfalls nicht für meinen Geschmack. Die Story: ein Flickwerk. Die Charaktere: wenig überzeugend. Das Thema: ein Dilemma. Aber ein paar Dinge haben mir dennoch gut gefallen.

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T.C.Boyle im Porträt

T.C.Boyle ist so untrennbar mit dem Begriff des kreativen Schreibens verbunden, wie wohl kein anderer Autor. Jeder seiner Sätze ist gespickt mit kreativen Techniken, seine Werke sind kräftig gesalzen mit szenischem Ideenreichtum und noch dazu hinterlassen seine Themen einen gepfefferten Nachgeschmack, den man nie wieder vergisst. Sie ahnen es vielleicht: T.C.Boyle ist mein absoluter Lieblingsautor und ganz großes Vorbild. Ja, ich gebe es zu, ich bin süchtig nach seinen Büchern. Dank einer Sendung von arte.tv hatte ich nun die Möglichkeit, ihn als Mensch ein wenig kennenzulernen; etwas über das Entstehen seiner Bücher und von seinem Alltag als Schriftsteller zu erfahren. Vielleicht interessiert Sie das ja auch:

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