Die Ängstlichen von Peter Henning

800 Seiten Lesestoff reichen definitiv nicht für einen besonders heißen und langen Sommer. Also hole ich mir nochmal ein dickes Taschenbuch aus meiner Schatzkiste der ungelesenen Bücher: Die Ängstlichen von Peter Hennig. Auch wenn sich der Titel recht gut an das vorher gelesene Buch anschließt, liegen dennoch Welten dazwischen. Thematik, Schreibstil und Nachgeschmack schwimmen auf einer völlig anderen Welle, auf der ich nun eine Weile surfen werde. Ich lerne die Familie Jensen aus Hanau kennen, und dies besser, als es mir vielleicht lieb wäre, hätte der Autor mich vorher gefragt.

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Wir Ertrunkenen von Carsten Jensen

Jedes Jahr markieren die ersten Julitage den Beginn einer Zeit, in der Sonne und Hitze über viele Wochen die einzigen Protagonisten des Geschehens sind; über sämtliche Aktivitäten bestimmen, die hier den Alltag oder auch den Urlaub ausmachen. Unbedingt dazu gehört die nachmittägliche Siesta zwischen drei und fünf Uhr – den Stunden des Tages, in denen die Hitze brüllt und alles andere übertönt. Aushalten lässt es sich dann nur im ruhenden Zustand, am besten mit einem Eislappen auf dem Bauch und einem guten Buch vor der Nase. Darum fällt meine Wahl auf das fünf Finger dicke Exemplar Wir Ertrunkenen von Carsten Jensen. Dieser Schinken wird mich schon gut durch den Sommer bringen, denke ich mir.

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Bleak House von Charles Dickens

Eingewickelt in Geschenkpapier gelangt der Roman Bleak House von Charles Dickens in meine Hände. Ein lieber Freund hat ihn als Geburtstagsgeschenk für mich ausgewählt, denn an diesem Tag erblickte auch Charles Dickens das Licht der Welt. Seinerzeit, vor 200 Jahren. Von dem Autor kenne ich bisher nur die Erzählung des armen Oliver Twist. Ich erinnere mich noch genau, wie ich als Kind die gesprochene Fassung auf der Langspielplatte wieder und wieder anhörte und meine Empörung über solch ungerechte Verhältnisse mir jedes Mal bis zum Hals schlug. Ähnliches erwarte ich jetzt von dem Insel-Taschenbuch Nummer 1110, das über tausend Seiten stark ist und im London des 19. Jahrhunderts spielt.

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Tinkers von Paul Harding

Bei diesem Buch bin ich mir sicher, ganz sicher, eine wahre Lesefreude für Fans des kreativen Schreibens in der Hand zu halten. Dafür sprechen mehrere Gründe: die Auszeichnung mit dem Pulitzerpreis in 2010, die Tätigkeit des Autors Paul Harding als Dozent für Creative Writing, die Dornröschenstory der Veröffentlichung und die jubelnden Pressestimmen, die Tinkers in den Himmel loben. Voller Vorfreude suche ich mir ein bequemes Plätzchen und schlage die erste Seite auf.

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Jaume Cabré – Das Schweigen des Sammlers

Hätte meine Schwester mich gefragt, welches Buch ich mir zu Weihnachten wünsche, ich hätte mir ganz sicher nicht Das Schweigen des Sammlers von Jaume Cabré gewünscht. Denn einige Monate zuvor hatte ich sein Buch Senyoria schon nach etwa zehn Seiten kurzerhand in die Schublade der Lese-ich-nie-wieder-Bücher gesteckt. Auf die unerbittliche Grausamkeit des 18. Jahrhunderts wollte ich mich nicht einlassen. Und auch mein Weihnachtsgeschenk lege ich erst einmal auf den Stapel, bevor ich mich zum Lesen entscheide. Zunächst werfe ich einen Blick auf den Beileger aus festem Karton. Das wird anstrengend, denke ich in Anbetracht des Figurenverzeichnisses, das vom 14. bis ins 20. Jahrhundert reicht.

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Gregor Hens – Matta verlässt seine Kinder

Das schmale Buch mit dem grautönigen Schutzumschlag liegt schon länger im Fach der bislang ungelesenen Exemplare. Der Autorenname Gregor Hens in schwarzen Buchstaben – noch nie was von gehört. Der Titel in mattem Blau: Matta verlässt seine Kinder – ach Gott, keinen Bock auf ein Familiendrama und Kinder hab´ ich eh nicht. Verlag S.Fischer – auch nicht gerade mein Favorit. Immerhin schreibt die Neue Zürcher Zeitung: „Gregor Hens ist mit seinem Buch über die Vergänglichkeit der Liebe ein Meisterwerk gelungen“, wie ich auf dem Buchrücken lese. Aber steht das so oder ähnlich nicht auf jedem Buchrücken?

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