Trendbuch

In Berlin und Paris zeigen die Designer gerade wieder ihre neuesten Kollektionen. Zahlreiche Trends sollen dafür sorgen, dass die Modemaschine wie geschmiert läuft. Für uns bedeutet das: Kleiderschrank auf, alles Alte raus und lauter neue Fummel rein. Das Sparkonto und die Geldbörse schreien auf, wenn es heißt: Ich bin dann mal shoppen. Aber wer denkt schon an den Preis, wenn es darum geht, schön dazustehen. Allerdings lauert bei jedem Trend auch die Gefahr, danebenzugreifen; etwas zu kaufen, das gar nicht zu einem passt. Denn die Kunst, wirklich trendy zu sein, liegt in der richtigen Auswahl. Und dabei hilft das Trendbuch.

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Jenseits der Untiefen von Favel Parrett

Jenseits der Untiefen ist keine schöne Geschichte. Aber es ist eine gelungene Erzählung und ein tolles Buch. Ausnahmsweise gebe ich der vor Lob triefenden Kritik aus der Sunday Times recht: „Wenn Sie in diesem Jahr nur ein Buch lesen, dann lesen Sie dieses“. Die 1974 geborene Autorin Favel Parrett legt mit diesem Roman, der bereits 2011 in Australien erschien, ein eigenwilliges Debüt hin. Sie erzählt von den Brüdern Joe, Miles und Harry, die in Australien leben und ans Meer gefesselt sind.

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Die nachhaltige Pflege von Holzböden von Will Wiles

Das Buch Die Nachhaltige Pflege von Holzböden ist kein Ratgeber und hat auch nichts mit der sachgemäßen Behandlung natürlicher Bodenbeläge zu tun. Im Gegenteil. Der junge Autor Will Wiles konfrontiert mich mit der Geschichte von Oskar und seinem Freund, der in diesem Roman ohne Name bleibt. Auch die osteuropäische Stadt, in der dieser Freund auf Oskars Wohnung aufpassen soll, bleibt anonym. Deutet sich hierin etwa der Geist der Web 2.o Generation an, zu der Will Wiles gehört? Sein Debutroman, den der Verlag als „…Spitzentitel im Frühjahr 2013…“ vermarktet, zeigt ansonsten keine Affinität zur Netzgeneration. Jedenfalls nicht thematisch. Vielmehr handelt es sich um eine humorvolle Geschichte, in der auch zwei Katzen einen Platz finden.

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Wassermusik von T.C. Boyle

Wieder einmal folge ich in Wassermusik den unsäglichen Leiden des Entdeckers Mungo Park. Ich habe nicht gezählt, wie oft ich dieses Buch von T.C. Boyle schon gelesen habe. Den Ausschlag dafür geben unterschiedliche Anlässe; diesmal war es reines Sicherheitsdenken. Ich wollte mich auf kein Experiment aus meiner Kiste der noch zu lesenden neuen Bücher einlassen. Die Wahrscheinlichkeit, heutzutage ein langweiliges oder sogar ärgerliches Buch herauszufischen, ist eben leider extrem groß. Und nachdem ich nun einige solcher Würg-Schinken hinter mir habe, will ich auf Nummer sicher gehen, ein richtig gutes Buch zu lesen. So lande ich mal wieder bei Wassermusik von T.C. Boyle.

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Mister Peanut von Adam Ross

An seinem Manuskript zu Mister Peanut hat Adam Ross dreizehn Jahre lang gearbeitet. Zeit genug, um knapp 500 Seiten mit erstklassigem Lesestoff zu füllen; eine Story hinzulegen, die es in sich hat, an der einfach alles stimmt. Mister Peanut ist laut Rückentext „…ein furchtloser, unheilvoller und zutiefst faszinierender Blick auf die dunkle Seite der Ehe.“  Meine spontane Reaktion auf diese Thematik ist ablehnend. Warum sollte ich einen solchen Blick wagen? Ich lese den Satz ein zweites Mal und bleibe an dem Wort faszinierend hängen. Also okay, da mir diese dunkle Seite der Ehe bisher verborgen blieb, bin ich gewillt, meinen Blickwinkel zu erweitern und schlage die erste Seite auf.

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Die Tausend Herbste des Jacob de Zoet von David Mitchell

Lehrte uns nicht bereits Tim Curry in der Rocky Horror Picture Show „Don’t choose a book by the cover“? Wie recht er damit hat, erfahre ich bei Die Tausend Herbste des Jacob de Zoet, bei dem ich weder den Titel noch den Einband verlockend finde. Ich nehme mir das Buch allein deshalb vor, weil ich mit den Rezensionen nicht mehr hinterherkomme und nun ein richtig dickes Buch lesen will, damit ich Zeit gewinne. So denke ich mir das jedenfalls. Wie konnte ich ahnen, dass dieser David Mitchell ein so verdammt gutes Buch schreibt und die knapp 800 Seiten gerade mal zehn Abende lang halten.

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Die einsamen Schrecken der Liebe von James Meek

Schrecken mit Liebe zu verbinden ist eine Sache, doch die Kombination mit dem Adjektiv einsam sprengt nahezu das semantische Fassungsvermögen. Ich bin also gespannt, was mich in Die einsamen Schrecken der Liebe von James Meek erwartet. Ich lasse mich auf Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein. Der Zar ist gestürzt und nun stehen diverse andere politische Ideale vor der Tür, sich dieses riesigen Landes zu bemächtigen.

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Der Atem der Welt von Carol Birch

Mit jeder Seite tauche ich tiefer ein ins Leben von Jaffy Brown, der sein Zuhause Ende des 19. Jahrhunderts im Stadtteil Bermondsey in London hat. Dort lebt er mit seiner Mutter in den schäbigen Baracken am Fluss, bis eines Tages Tim auftaucht und ihn auf Geheiß seines Chefs zu einer Himbeertasche einlädt. Natürlich ging dieser Belohnung eine große Tat voraus, denn zu dieser Zeit war das Naschen von Himbeertaschen nur den wohlhabenden Menschen vorbehalten. Dieser süße Einstieg führt Jaffy in ein völlig neues, ungeahntes Leben, dessen bittere Variation er beim Kauen des herrlichen Gebäcks noch nicht einmal erahnt.

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Rabenliebe von Peter Wawerzinek

Rabenliebe ist kein Tierbuch. Es handelt nicht von der Fähigkeit einer bestimmten Vogelart, in einer engen Beziehung zueinander zu leben. Denke ich das Wort Rabenliebe, so kommt mir automatisch die Rabenmutter in den Sinn. Und das trifft den Inhalt dieses Buches schon eher, auch wenn es darum nicht wirklich geht. Schon nach den ersten Sätzen wird mir klar, dieses Werk von Peter Wawerzinek passt in keine Reihe meines Bücherregals; es lässt sich nirgends einfügen oder anreihen, es wird einen ganz eigenen, speziellen Platz bekommen müssen, es ist ein Einzelgängerbuch.

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Bleak House von Charles Dickens

Eingewickelt in Geschenkpapier gelangt der Roman Bleak House von Charles Dickens in meine Hände. Ein lieber Freund hat ihn als Geburtstagsgeschenk für mich ausgewählt, denn an diesem Tag erblickte auch Charles Dickens das Licht der Welt. Seinerzeit, vor 200 Jahren. Von dem Autor kenne ich bisher nur die Erzählung des armen Oliver Twist. Ich erinnere mich noch genau, wie ich als Kind die gesprochene Fassung auf der Langspielplatte wieder und wieder anhörte und meine Empörung über solch ungerechte Verhältnisse mir jedes Mal bis zum Hals schlug. Ähnliches erwarte ich jetzt von dem Insel-Taschenbuch Nummer 1110, das über tausend Seiten stark ist und im London des 19. Jahrhunderts spielt.

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