Im Stein von Clemens Meyer

Im Stein landet bei mir nach zweiundachtzig Seiten im Karton. Dort sammle ich alle Bücher, die ich nicht mehr haben will. Die ich verschenke oder aus denen ich was baue. Dabei hätte ich noch gut fünfhundert Seiten Lesestoff vor mir gehabt. Dieses Werk von Clemens Meyer wurde sogar vom Deutschen Literaturfonds gefördert. Die haben scheinbar zu viel Geld. Und bei der Leipziger Buchmesse stand Im Stein auf der Shortlist. Die haben scheinbar einen komischen Geschmack. Es ist selten, dass ich einem Buch rein gar nichts abgewinnen kann. Aber lesen Sie mal selbst:

„…….Mädchen, du lügst doch wie gefickt“, würde Magda jetzt sagen, auch nicht wirklich lustig, und gedruckt und gefickt reimt sich nichtmal, aber wir lachen trotzdem über so `nen Mist, aber wirklich, was soll man machen, wenn die dummen Gedanken in deinem Kopf tanzen, als wäre dort Fasching. Karneval, gibt’s bei uns gar nicht richtig, obwohl paar Idioten ihre kleinen Festumzüge machen. Aber besser und billiger als Koks oder Speed oder dieser Glasfasermix. Kristall. Mit C. Also die Raucherei. Also billiger. Aber das bringt eh nix, weil das frisst dich auf Dauer. Also Koka. C, und was auch immer. Habe ich damals alles durch in Berlin. Schön blöd. Come in and find out. Aber so schlecht war es auch nicht. Kann und will ich nichts hören von dem Opfer-Gerede. Weil war `ne schöne wilde Zeit. Ach, das arme Mädel! Passt alles in denen ihr Bild. Und in die „Bild“. Ich sag mir eher immer: Ach, die armen Kerle. Wobei ich das andererseits schon verstehe. Dass sie zu mir kommen. Und weil es auch gut so ist…..“
(Zitat aus Im Stein vonClemens Meyer)

Sprachliche Grausamkeiten

In dieser Passage erzählt eine Prostituierte aus ihrem Leben. Der sprachliche Ausdruck inklusive der Fehler mag daher zum Charakter passen, jedoch will ich so einen Stil über etliche Seiten nicht lesen müssen. Erschwerend hinzu kommen die vielen Gedankensprünge, die ich nicht nachvollziehen kann. Clemens Meyer gelingt es nicht, mir ihre Welt nahezubringen – und ich weiß auch gar nicht, ob ihm daran etwas liegt.

Therapeutisches Schreiben

Der Autor scheint eher des Schreibens willen zu schreiben und weniger, um mir als Leser eine Geschichte zu erzählen. Dabei handelt es sich durchaus um eine kreative Schreibtechnik, die therapeutisches Schreiben genannt wird. Ich habe den Eindruck, Clemens Meyer arbeitet sich an den Worten ab; schreibt, um sich selbst von irgendetwas zu befreien. Und kotzt seinen inneren Dreck vor die Augen des Lesers.

Verschwendung von Ressourcen

Na dankeschön. Ich habe keinerlei therapeutische Ambitionen, will einfach nur eine gute Geschichte lesen. In Im Stein finde ich diese nicht. Im Gegenteil. Irgendwann geht mir der Trenchcoat von diesem Ex-Jockey – der mal mit Ketchup, mal mit Sperma verschmiert ist, immer jedoch übel riecht – so fürchterlich auf die Nerven, dass ich den Karton aufmache und den Schinken da reinhaue. Im Stein ist für mich eines der Bücher, für das nicht nur das Papier zu schade war. Ich meine, immerhin waren damit Lektoren, Handelsvertreter, Buchhändler und viele mehr beschäftigt, um das Werk an Mann zu bringen. Und dieser Clemens Meyer muss ja auch einige Stunden damit verbracht haben, es zu schreiben. Reine Verschwendung nenne ich das, was andere als große Literatur bezeichnen.

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