Heute koch ich, morgen brat ich von Stevan Paul

Heute koch ich, morgen brat ich trägt den Untertitel Märchenhafte Rezepte und folgt damit einem ungewöhnlichen Konzept. Das Kochbuch ist ein Gemeinschaftswerk von Stevan Paul (Koch und mehr), Daniela Haug (Fotografin), Tanja Trific (Styling) und Anja Laukemper (Grafik und Konzept). Alle gemeinsam packen ihren Zauberstab aus und verwandeln die schnöde deutsche Küche in ein Märchenschloss, aus dem zauberhafte Gerichte den Töpfen und Pfannen entsteigen.

Gemeinsam kochen

Spaß am Zubereiten der märchenhaften Rezepte sollen nicht nur Erwachsene haben, nein, auch die Kleinen sollen am Kochbetrieb teilnehmen. Denn jedes der acht Kapitel in Heute koch ich, morgen brat ich beginnt mit einem Märchen, welches das Team nach seinem Gutdünken kurzerhand umschrieb, sodass jeweils eine freie Neufassung entstand. Zumindest daran können sich die Kinder begeistern, wenn es auch an Kochlust mangeln sollte.

Kreatives Konzept

Die Auswahl der Rezepte für Heute koch ich, morgen brat ich lehnt sich an die Frage an, was wohl Aschenputtel, Dornröschen, Rapunzel, Rumpelstilzchen, Schneewittchen, die Bremer Stadtmusikanten oder Hänsel und Gretel gekocht beziehungsweise gegessen hätten. Auf diese Weise kommt eine Rezeptauswahl zustande, die von einfacher Küche über verführerische Sünden bis hin zum Ofenschmaus reichen.

Stimmungsvolle Bilder

Daniela Haug sorgt mit ihren Fotos für die märchenhaft richtige Stimmung zu den einzelnen Kapiteln von Heute koch ich, morgen brat ich. Als Kulisse dienten diverse historische Bauten und verwunschene Wälder. Jedes Rezept ist detailverliebt in Szene gesetzt und abgebildet. Da will man schon gern zulangen, so lecker sind alle Bilder gelungen. Bis auf das Geflügelbild – da hatte wohl die Hexe ihre Hand im Spiel.

Interessante Rezepte

Wie tief Stevan Paul wirklich in seiner Rezeptezauberkiste gekramt hat, kann ich nicht beurteilen. Gelungen ist ihm in Heute koch ich, morgen brat ich jedoch eine ausgewogene Zusammenstellung von Fleisch-, Fisch- und vegetarischen Gerichten. Dabei legt er Wert auf gesunde Zutaten und gibt zu vielen Gerichten weitere zusätzliche Tipps.

Knusprige Handbrottaler

Statt des üblichen Zitats möchte ich bei Heute koch ich, morgen brat ich meine erste Erfahrung mit einem der Rezepte aufschreiben. Die knusprigen Handbrottaler, die Rotkäppchen in dem Korb für die Großmutter trug, hatten es mir angetan und ehe ich mich versah, stand ich in Schüssel und Mehl, um den Teig zu bereiten.
Nichts funktionierte so, wie beschrieben. Mein Teig floss nicht auf das bemehlte Brett, er befand sich leider in zäher, klumpiger Form. Und das, obwohl ich selbstverständlich alle Mengenangaben korrekt abgemessen hatte, auch den Wasseranteil, der befremdlicherweise in Gramm angegeben ist. Auch nach den vom Rezept empfohlenen etlichen Reifezeiten – also drei Tage später! – befand sich der Hefeklumpen in einem durchaus jämmerlichen Zustand. Am Ende kamen steinharte Handtaler dabei heraus, die eher als Waffe denn als Köstlichkeit durchgingen. Selbst der böse Wolf hätte mit dem Kopf geschüttelt.

Kreative Schreibtechniken

Eine Sache ist das kreative Konzept, das Heute koch ich, morgen brat ich tatsächlich einzigartig macht: zeitgemäße Rezepte und schöne Fotos verbunden mit dem Inbegriff von Kindlichkeit und Zauber. Aber warum müssen denn Rezepte immer nur als Liste plus Anleitung geschrieben sein? Das Team hätte einen Creative Writer hinzuziehen und zumindest einige, wenn nicht alle Rezepte, in märchenhafte Szenen umsetzen können. Dadurch wäre das Konzept dann wirklich rund geworden.
Witzig ist: Der Trailer zum Buch deutet genau dies an. Da denkt sich der Vater zu einem der Rezepte eine, wenn auch nicht besonders kreative, Geschichte aus, die er seinem kleinen Sohn erzählt:

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