Zum Tode von Otto Warmbier

Im Oktober 2014 schrieb ich in meiner Rezension zum Werk Das geraubte Leben des Waisen Jun Do von Adam Johnson: „…..Nach diesem Roman lesen sich die Nachrichten zu Nordkorea oder zum derzeitigen Diktator Kim Jong Un doch ganz anders……“. Und da sind sie jetzt, diese Nachrichten vom Schicksal des Studenten Otto Warmbier. Und sie berühren mich tatsächlich tief.

Die kurzen Videosequenzen, in denen der junge Mann in den Gerichtssaal geführt wird, gehen mir nicht aus dem Kopf: Er kann kaum gehen, ist völlig verwirrt und abwesend und einzig die beiden Militärs an seiner Seite bewirken, dass er überhaupt laufen kann. Seiner Familie, seinen Freunden gilt mein Mitgefühl. Wie sehr müssen diese Bilder schmerzen!

Einzeln betrachtet zeigt der Fall Otto Warmbier, wie das Regime Nordkoreas einen Menschen binnen weniger Monate zugrunde richtet. Wie genau? Das fragen sich momentan viele Ärzte und andere Involvierte. Dabei liefert der Roman von Adam Johnson darauf etliche Antworten oder zumindest Inspirationen im extrem negativen, grausamen Sinne.

Das Schicksal Otto Warmbiers verleiht diesem Werk nun unerwünschte Aktualität und verweist auf die Tatsache, dass es sich leider nicht um einen Einzelfall handelt. Allen, die genug Mut oder Neugierde besitzen, etwas über das Regime Nordkoreas zu erfahren, empfehle ich Das geraubte Leben des Waisen Jun Do. Der Autor selbst sagt zu seinem Buch, das aus einer Reise durch dieses abgeschottete Land entstand:

»Ehrlich gesagt hatte ich das Gefühl, Nordkoreas tatsächliche Schwärze noch etwas verharmlosen zu müssen.«

Hier geht´s zur Rezension der Schreibakademie von  Das geraubte Leben des Waisen Jun Do von Adam Johnson.  

 

Stephanie
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