Augustus von John Williams

Kennen Sie Augustus, den römischen Kaiser, der auch Octavius Cäsar hieß? Die Frage verneint wohl kein Leser dieser Rezension. Aber wieso nannte er sich denn eigentlich Augustus? Und wie herrschte er über das römische Imperium? Wie sah sein Leben aus, in welchem Alter starb er, wen liebte er, was für ein Mensch war dieser große Herrscher überhaupt? Zwecks Beantwortung dieser Fragen können Sie nun Geschichtsbücher heranziehen oder aber den neuen Roman Augustus von John Williams lesen. Zweiteres empfehle ich Ihnen.

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Die späte Ernte des Henry Cage von David Abbott

David Abbott präsentiert mit Die späte Ernte des Henry Cage seinen ersten Roman. Der Brite gilt als einer der bedeutendsten Werbeexperten und tauscht offenbar jetzt im fortgeschrittenen Alter seine Marketingtätigkeit mit der Schriftstellerei aus. Das im Buch abgebildete Konterfei des Autors zeigt einen weißhaarigen Mann, eigentlich sympathisch, aber etwas ist in seiner Mimik, das mich stört: Sein abgeklärtes Lächeln, der Ausdruck seiner Augen, der zu sagen scheint „Nichts gibt es, das ich noch nicht gesehen habe“. Was für eine Geschichte hat so ein Mensch wohl zu erzählen?

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Suleika öffnet die Augen von Gusel Jachina

Suleika öffnet die Augen ist der erste Roman von Gusel Jachina, einer Autorin mit tatarischer Abstammung. 2015 erhielt sie dafür den wichtigsten russischen Buchpreis. Der Roman entführt mich nach Russland in die Zeit der Oktoberrevolution, die im Jahre 1917 einen tiefen politischen Einschnitt darstellt. Als 1928 Stalin an die Macht kommt und die Kollektivierung der Landwirtschaft durchsetzt, bedeutet das erhebliche Umwälzungen für die russische Bevölkerung. Besonders davon betroffen sind die Kulaken, die selbstständigen Bauern, zu denen auch Suleika gehört. Um ihr Schicksal dreht sich dieses Buch.

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Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara

Mit Ein wenig Leben debütiert die in New York lebende Journalistin Hanya Yanagihara als Romanautorin. Ihr erstes Werk, das in den USA bereits 2015 erschien, gilt als die literarische Sensation: Beste Verkaufszahlen und jede Menge Diskussionen um diese Geschichte machen es dazu. Zwei Jahre später erscheint Ein wenig Leben im Hanser Verlag, der bereits im Vorfeld die Buchbranche auf einen Bestseller einstimmt. Das provokante Cover – Porträt eines jungen Mannes in höchster Emotion – wird also eine Weile die Schaufenster und Büchertische der verbleibenden Buchhandlungen dominieren. Was die Leser in Ein wenig Leben erwartet, ist jedoch nicht unbedingt das, was die Marketingmaschine verspricht. „Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara“ weiterlesen

The Girls von Emma Cline

Emma Cline präsentiert mit 26 Jahren ihr Romandebut The Girls und bessert damit ihr Konto erheblich auf. Sie war der große Hype der der Frankfurter Buchmesse, zwölf Verlage rangelten um die Rechte. Für Emma Cline sprang schließlich ein siebenstelliger Betrag raus – als Vorschuss wohlgemerkt. Ob es eine oder zwei Millionen waren, weiß keiner so genau. Jedenfalls ein schönes Sümmchen dafür, dass die junge Autorin bisher erst drei Geschichten veröffentlicht hat. Was ist dran an The Girls, das will ich natürlich wissen.

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Wie man die Liebe erklärt von Carole Cadwalladr

Wie man die Liebe erklärt erschien bereits 2005 im Manhattan Verlag, der zur Randomhouse-Gruppe gehört. Das DIN5 Format ist angenehm ungewöhnlich für einen Roman, das Cover himmlisch blau. Wer diese Carole Cadwallader ist, bleibt unklar. Nirgendwo im Einband steht auch nur ein Satz über diese Autorin. Also muss ich mich im virtuellen Äther schlaumachen und finde ein paar Einträge auf Englisch. Der Buchtitel der britischen Autorin lautet im Original The Family Tree, ist der erste Roman von Carole Cadwalladr und stand 2006 sogar auf der Shortlist des British Press Award. Carole Cadwalladr schreibt überwiegend als Journalistin, was ihren gekonnten Schreibstil hinreichend erklärt.

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Auch das wird vergehen von Milena Busquets

Beim Titel Auch das wird vergehen drängt sich die Frage auf, was mit das gemeint ist. Das Cover könnte auf einen Urlaub hindeuten, der vergehen wird. Die wenigen Sätze des Buchrückentextes verraten jedoch, es geht um Milena Busquets Trauer über ihre verstorbene Mutter, die vergehen wird. Aber eigentlich hängt beides zusammen: Das Buch handelt von einem Sommerurlaub in Cadaqués, der dazu dienen wird, diese Trauer zu überwinden. So viel zur Handlung dieses Romans.

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Auf der Plaça del Diamant von Mercè Rodoreda

Der Roman Auf der Plaça del Diamant als Neuauflage von Suhrkamp ist eines dieser modernen Bücher im Pocketformat. Die katalanische Autorin Mercè Rodoreda schrieb es 1962, als sie im Exil in Frankreich und der Schweiz lebte. Denn zu diesem Zeitpunkt herrschte Franco über Spanien. Besonders schmerzhaft war dies für die Katalanen, deren Tradition der Caudillo bis hin zur eigenen Sprache unterdrückte. Wobei natürlich alle Menschen in Spanien unter dem diktatorischen Regime litten. Das schöne Barcelona war in Grautönen gefangen, selbst wenn die Sonne auf seine Straßen und Plätze schien und das Mittelmeer blau erstrahlte.

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Walden von H.D. Thoreau

Walden trägt in der neuen Ausgabe von Diogenes den Untertitel Leben in den Wäldern. Der Autor Henry David Thoreau, der von 1817 bis 1862 in Massachusetts lebte, verbrachte zwei Jahre in einer Blockhütte am Waldensee. Für ihn war es ein Experiment, bei dem er das pure und wahre Leben erforschen wollte; das, was menschliches Dasein wirklich ausmacht. Seine Gedanken und Erfahrungen in dieser Zeit hielt er unter anderem in Walden fest.

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Gala – Ein Leben von Dominique Bona

Die Biografie über Gala Dalí gehörte während des Umzugs zu meinem Handapparat. Ich las sie bereits vor vielen Jahren und fand, es sei genau die richtige Lektüre für so eine chaotische Lebenssituation. Die Literaturwissenschaftlerin Dominique Bona macht sich auf die Spuren der Ehefrau des großen Malers Salvador Dalí. Wer war diese Frau? Und wie lebte sie mit ihrem exzentrischen Ehemann?

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