Kategorie: Funzeln

Augustus von John Williams

Kennen Sie Augustus, den römischen Kaiser, der auch Octavius Cäsar hieß? Die Frage verneint wohl kein Leser dieser Rezension. Aber wieso nannte er sich denn eigentlich Augustus? Und wie herrschte er über das römische Imperium? Wie sah sein Leben aus, in welchem Alter starb er, wen liebte er, was für ein Mensch war dieser große […]

Die späte Ernte des Henry Cage von David Abbott

David Abbott präsentiert mit Die späte Ernte des Henry Cage seinen ersten Roman. Der Brite gilt als einer der bedeutendsten Werbeexperten und tauscht offenbar jetzt im fortgeschrittenen Alter seine Marketingtätigkeit mit der Schriftstellerei aus. Das im Buch abgebildete Konterfei des Autors zeigt einen weißhaarigen Mann, eigentlich sympathisch, aber etwas ist in seiner Mimik, das mich […]

Suleika öffnet die Augen von Gusel Jachina

Suleika öffnet die Augen ist der erste Roman von Gusel Jachina, einer Autorin mit tatarischer Abstammung. 2015 erhielt sie dafür den wichtigsten russischen Buchpreis. Der Roman entführt mich nach Russland in die Zeit der Oktoberrevolution, die im Jahre 1917 einen tiefen politischen Einschnitt darstellt. Als 1928 Stalin an die Macht kommt und die Kollektivierung der […]

Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara

Mit Ein wenig Leben debütiert die in New York lebende Journalistin Hanya Yanagihara als Romanautorin. Ihr erstes Werk, das in den USA bereits 2015 erschien, gilt als die literarische Sensation: Beste Verkaufszahlen und jede Menge Diskussionen um diese Geschichte machen es dazu. Zwei Jahre später erscheint Ein wenig Leben im Hanser Verlag, der bereits im […]

The Girls von Emma Cline

Emma Cline präsentiert mit 26 Jahren ihr Romandebut The Girls und bessert damit ihr Konto erheblich auf. Sie war der große Hype der der Frankfurter Buchmesse, zwölf Verlage rangelten um die Rechte. Für Emma Cline sprang schließlich ein siebenstelliger Betrag raus – als Vorschuss wohlgemerkt. Ob es eine oder zwei Millionen waren, weiß keiner so […]

Wie man die Liebe erklärt von Carole Cadwalladr

Wie man die Liebe erklärt erschien bereits 2005 im Manhattan Verlag, der zur Randomhouse-Gruppe gehört. Das DIN5 Format ist angenehm ungewöhnlich für einen Roman, das Cover himmlisch blau. Wer diese Carole Cadwallader ist, bleibt unklar. Nirgendwo im Einband steht auch nur ein Satz über diese Autorin. Also muss ich mich im virtuellen Äther schlaumachen und […]

Auch das wird vergehen von Milena Busquets

Beim Titel Auch das wird vergehen drängt sich die Frage auf, was mit das gemeint ist. Das Cover könnte auf einen Urlaub hindeuten, der vergehen wird. Die wenigen Sätze des Buchrückentextes verraten jedoch, es geht um Milena Busquets Trauer über ihre verstorbene Mutter, die vergehen wird. Aber eigentlich hängt beides zusammen: Das Buch handelt von […]

Auf der Plaça del Diamant von Mercè Rodoreda

Der Roman Auf der Plaça del Diamant als Neuauflage von Suhrkamp ist eines dieser modernen Bücher im Pocketformat. Die katalanische Autorin Mercè Rodoreda schrieb es 1962, als sie im Exil in Frankreich und der Schweiz lebte. Denn zu diesem Zeitpunkt herrschte Franco über Spanien. Besonders schmerzhaft war dies für die Katalanen, deren Tradition der Caudillo […]

Walden von H.D. Thoreau

Walden trägt in der neuen Ausgabe von Diogenes den Untertitel Leben in den Wäldern. Der Autor Henry David Thoreau, der von 1817 bis 1862 in Massachusetts lebte, verbrachte zwei Jahre in einer Blockhütte am Waldensee. Für ihn war es ein Experiment, bei dem er das pure und wahre Leben erforschen wollte; das, was menschliches Dasein […]

Gala – Ein Leben von Dominique Bona

Die Biografie über Gala Dalí gehörte während des Umzugs zu meinem Handapparat. Ich las sie bereits vor vielen Jahren und fand, es sei genau die richtige Lektüre für so eine chaotische Lebenssituation. Die Literaturwissenschaftlerin Dominique Bona macht sich auf die Spuren der Ehefrau des großen Malers Salvador Dalí. Wer war diese Frau? Und wie lebte […]

Der Untergang Barcelonas von Albert Sánchez Piñol

Den neuen Roman von Albert Sánchez Piñol Der Untergang Barcelonas habe ich mit Spannung erwartet. Mit seinem  Buch Pandora im Kongo hat er bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen, ist es doch ein ausgesprochen lesenswertes Werk, nicht nur im Hinblick auf den Einsatz kreativer Schreibtechniken. Insofern hatte ich erwartet, der Autor würde die spanische Geschichte […]

Im Stein von Clemens Meyer

Im Stein landet bei mir nach zweiundachtzig Seiten im Karton. Dort sammle ich alle Bücher, die ich nicht mehr haben will. Die ich verschenke oder aus denen ich was baue. Dabei hätte ich noch gut fünfhundert Seiten Lesestoff vor mir gehabt. Dieses Werk von Clemens Meyer wurde sogar vom Deutschen Literaturfonds gefördert. Die haben scheinbar […]

Stoner von John Williams

Am plötzlichen Erfolg seines Romans Stoner kann John Williams sich nicht mehr erfreuen, denn der Autor starb bereits im März 1994. Posthum erklimmt Stoner die aktuellen Bestsellerlisten und ist damit eines der gelegentlich auftretenden Beispiele für Bücher, die ihrer Zeit voraus waren, verkannt wurden oder eben einfach etwas länger auf die begeisterten Leser warten mussten. […]

Paris / Ein Fest fürs Leben von Ernest Hemingway

Paris in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Ach hätte ich doch da gelebt! Mein Dasein als Schriftstellerin wäre um so vieles lebendiger, umtriebiger, interessanter, spannender und eben einfach netter. Okay, ich hätte im Winter sicher mehr gefroren. Das jedoch scheint der einzige Nachteil gewesen zu sein, den das damalige Leben als Schriftsteller in Paris […]

Das Erwachen der Señorita Prim von Natalia Sanmartin Fenollera

Bei Das Erwachen der Señorita Prim hätten mich gleich mehrere Dinge stutzig machen müssen. Das ist einmal jene Aussage im Covertext: „….Ihr erster Roman, der in der Verlagswelt international spontane Begeisterung auslöste…..“. Bei dem Wort Verlagswelt hätten meine Alarmglocken lautstark läuten müssen, denn – ich weiß es doch – dabei handelt es sich um eine […]